Schon vor dem Anpfiff stand das Meisterschafts-Heimspiel gegen Uster unter keinem guten Stern. Wegen zahlreicher Ferienabwesenheiten mussten wir die Partie vom 4. auf den 18. Oktober verschieben. Immerhin: Die Verschiebung zahlte sich teilweise aus, statt mageren sieben Spielern standen uns nun elf zur Verfügung. Gerade genug, um überhaupt antreten zu können. Trotz intensiver Bemühungen, noch weitere Verstärkung zu finden (sogar bei den Juniorinnen C wurde angeklopft), kamen am Ende nur 13 Namen aufs Matchblatt. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Flavio Pagano (Ba) und Ben Estermann (Bc) für ihren spontanen Einsatz!
Mit einer guten Portion Optimismus und viel Kampfgeist gingen wir in die Partie gegen den favorisierten Gegner. Bereits in der vierten Minute sorgte Miguel für den ersten Aufreger: Nach einem perfekt getimten Vertikalpass sprintete er von der Mittellinie los, liess die Abwehr hinter sich und zog auf das gegnerische Tor zu. Doch kurz vor dem Sechzehner wurde er eingeholt. Der Abschluss aus vollem Lauf kam zwar wuchtig, aber zu zentral, so dass der Torhüter diesen parieren konnte.
Nur eine Minute später folgte der Schockmoment: Nach einem harten Zweikampf blieb Verteidiger Finn mit Schmerzen am Boden liegen. Als ich von der Schiedsrichterin zum Unfallort herbeigerufen wurde, genügte ein Blick auf seine (deformierte) linke Hand. Sein Bruder Liam, selbst zweifach Handbruch-erfahren, stellte die Diagnose sofort: „Gebrochen.“ Leider sollte er recht behalten. Nach Untersuchungen im Spital Männedorf und im Kinderspital wurde der Bruch bestätigt. Gute Besserung, Finn, wir wünschen dir eine schnelle Genesung!
Ab diesem Moment war unsere Ersatzbank auf eine einzige Option geschrumpft. Trotzdem hielten wir die Partie in den ersten Minuten ausgeglichen. Doch in der 11. Minute passierte das, was man tunlichst vermeiden wollte: ein unnötiger Ballverlust im eigenen Strafraum und Uster bestrafte die Unkonzentriertheit eiskalt. Nur wenige Minuten später folgte das 0:2, und ehe wir uns versahen, stand es 0:3. Das 0:4 fiel sehr stark Abseitsverdächtig, ein Fehler der ansonsten gut leitenden jungen Schiedsrichterin. Bis zur Pause erhöhte Uster auf 0:6.
In der Halbzeitansprache lautete das Ziel für die zweite Hälfte schlicht: Kämpfen, dagegenhalten, und möglichst kein weiteres Gegentor kassieren. Und tatsächlich, die ersten zehn Minuten hielten wir dicht. Flavio hatte sogar die grosse Chance auf den Anschlusstreffer: Nach einem tollen Dribbling stand er allein vor dem Torhüter, doch sein an ihm vorbeigelegten Schuss strich haarscharf am Pfosten vorbei.
Dann setzte sich die Überlegenheit der Gäste durch, auch dank frischen Kräften. Dass Levin auf Grund der Abwesenheit von Guy die Captainbinde zu Recht trug, zeigte sich wiederum in diesem Spiel. Dank überragendem Paraden, verhinderte unser hellwache Torhüter Schlimmeres. In der 69. Minute folgte unser Moment des Stolzes: Miguel tanzte die Verteidigung aus, schlängelte sich wie zu Alberto Tomba’s besten Slalom-Zeiten durch die Abwehr durch und zirkelte den Ball à la Arjen Robben mit dem linken Fuss in den Winkel. Der verdiente Ehrentreffer zum 1:9!
Leider blieb es nicht dabei: In den letzten 18 Minuten musste unsere erschöpft und kraftlos kämpfende Truppe weitere sechs Treffer zum Endstand von 1:15 hinnehmen.
Fazit: mit einem so stark dezimierten Kader waren wir letztlich chancenlos. Der bittere Handbruch von Finn machte den ohnehin schweren Nachmittag, trotz perfektem Herbstwetter, noch trüber. Dennoch: Noch ist nichts verloren! Mit zwei Siegen (plus evtl. einem Remis) aus den verbleibenden vier Spielen ist der Ligaerhalt weiterhin möglich. Schwer, aber nicht unmöglich. Solange auch nur ein Funken Hoffnung besteht, werden wir alles geben. Dafür brauchen wir aber alle Führungsspieler an Bord, geschlossen, entschlossen und kämpferisch.

Pascal Hotz (Co-Trainer)




