JCb-SaisonrĂŒckblick: Alles gegeben, verdient belohntđ„

Manchmal sagt eine einzige Szene mehr als jede Tabelle. Diese Saison gab es davon viele â und am Ende steht das, was vor einem Halbjahr kaum jemand fĂŒr selbstverstĂ€ndlich gehalten hĂ€tte: der zweite Meistertitel in Folge. Wenn wir an diese Wochen zurĂŒckdenken, sind es aber nicht zuerst die Resultate das Wesentliche, sondern das gemeinsame Feiern nach jedem Tor, gelungener Abwehraktionen sowie Abpfiffen und damit insgesamt dieses GefĂŒhl, Teil von etwas Wertreichem und Funktionierendem zu sein. Was ihr, liebe Cb-Juniorinnen, im Rahmen all eurer Herausforderungen wieder geleistet habt, macht uns erneut einfach nur stolz.
Begonnen hatte alles deutlich vor dem ersten Anpfiff. Beim traditionellen Saisoneröffnungs-Pizza-Plausch wurde gleich der Ton der Saison gesetzt: vollzĂ€hlig, lebendig, mit neuer Co-Captain-Struktur um CloĂ© und Elin â und einem herzlichen «Welcome back!» an AmĂ©lie, die nach erfolgreichen Jahren bei den FCZ-Frauen zu uns heimkehrte. Die Vorfreude war spĂŒrbar und auch nötig. Denn was niemand ahnte: Wie viel von diesem Teamgeist die MĂ€dels in den folgenden Wochen wĂŒrden abrufen mĂŒssen.
Der Auftakt im HeerenschĂŒrli gegen ZĂŒrich City, 10:2 bei FrĂŒhlingssonne, mit ansteckender Freude nach jedem Tor und der Bereitschaft, ungewohnte Positionen klaglos zu ĂŒbernehmen. GetrĂŒbt wurde der Tag durch Elins schweren Umknicker, der sich als Fussbruch herausstellte â ein Moment, der dem ganzen Team naheging und ihre Saison leider frĂŒh beendete. Umso schöner, dass unsere Capitana wenige Wochen spĂ€ter auf der Bank und als Linienrichterin schnell wieder mittendrin war. Eine Woche darauf, in Dielsdorf, lieferten die MĂ€dels bei 4 Grad, eisigem Wind und nur einer Auswechselspielerin einen Arbeitssieg ab, der sich im 0:5 gar nicht abbildet â getragen von dem kleinen Detail, das diese Mannschaft ausmacht: Jede TorschĂŒtzin wurde ausgiebig gefeiert, und danach lĂ€uft das ganze Team geschlossen zurĂŒck, bereit fĂŒr den Wiederanpfiff. Genau in solchen Momenten sieht man, dass Freundschaft unser wesentlicher Kern ist.
Dass die Saison kein SelbstlĂ€ufer war, zeigte sich nach der FrĂŒhlingsferienpause. In BĂŒlach liessen sich die MĂ€dels eine Halbzeit lang vom Ferienmodus anstecken, hörten in der Pause eine ehrliche Ansage â und drehten auf zum 1:4 AuswĂ€rtssieg. In Buchs-DĂ€llikon ging es unter der Woche, spĂ€t am Abend und dezimiert, zunĂ€chst zweimal in RĂŒckstand, ehe der Wille uns zum 5:3 AuswĂ€rtssieg fĂŒhrte.
Im ersten Heimspiel auf dem Widenbad folgte das Statement im Topspiel: gegen einen bis dahin ungeschlagenen Gegner ein 7:1, erkĂ€mpft mit Pressing, ZweikampfhĂ€rte, mehreren Glanzparaden und einer Beatbox, die danach die Containerkabine zum Beben brachte. Und dann das Spiel, das den Charakter dieser Mannschaft am deutlichsten zeigte: Nach Klassenlager, sechs Verletzten und einer im AufwĂ€rmen verletzten StĂŒrmerin trotzten wir gegen den FFC SĂŒdost zu elft, spĂ€ter 24 Minuten gar zu zehnt â und gewannen 1:0. Charakter und Teamgeist in Perfektion.
Den Schlusspunkt der Meisterschaft setzte das Entscheidungsspiel in Bassersdorf. Mit zehn Spielerinnen weniger im Planungsraster, 0:2 zurĂŒck nach zwanzig Minuten â und im Visualisierungskreis lief, wie schon im Vorjahressaisonfinale, «Erfolg ist kein GlĂŒck». Never change a running system: Was dann folgte, versteht man wohl nur, wenn man dabei war. Eine Willens- und Kraftleistung ĂŒber 45 Minuten, gekrönt von einem aus irrationalem Winkel gelupften Siegtreffer zum 3:2, bei dem Spielerinnen wie Zuschauer erst nach fĂŒnf Sekunden begriffen, was gerade passiert war. Danach lagen sich die MĂ€dels vor Freude weinend, ausgiebig lachend und teils krampfgeplagt am Boden in den Armen â ein Bild, das wir nicht mehr vergessen werden. GĂ€nsehaut pur!
«Erfolg ist kein GlĂŒck â das Leben zahlt Alles mal zurĂŒck.»
Gefeiert wurde, wie es zu diesem Team passt: zwanglos ausgelassen in der MÀnnedörfler Badi, einfach nach gutem Essen die gemeinsame Zeit am und im See genossen. Und auch bei diesem Zusammensein zeigte sich noch einmal alles, was diese Saison getragen hat. Denn diese zweite Meisterschaft ist nicht trotz aller Widrigkeiten, sondern gerade wegen eures Zusammenhalts entstanden und als gesunder Ausgleich zu Schule, Gymi-Wechseln, Berufsorientierung und allem, was die PubertÀt so mit sich bringt. Umso grösser ist Eure Leistung zu bewerten.
Aus genau diesem Gedanken heraus erklĂ€rt sich auch die Einteilung fĂŒr die kommende Runde: Wir bleiben im Herbst bewusst in der 2. StĂ€rkeklasse. Tabellarisch wĂ€re der Wechsel in die 1. StĂ€rkeklasse folgerichtig â entscheidend sind fĂŒr uns aber die Rahmenbedingungen. Schulische, gymnasiale und berufsorientierende Herausforderungen stehen im Herbst fĂŒr viele im Vordergrund, rund ein Drittel der Spielerinnen braucht profilgerechte Spielpraxis, mit Dana, Anouk, Lotta, Selina und Olivia verlassen uns 5 Spielerinnen, und mit 3 jĂŒngeren Spielerinnen aus dem JDa sowie 2 ganz neuen Fussballerinnen kommen Talente, die fundiert herangefĂŒhrt werden sollen. Ein zu frĂŒher Sprung in eine höhere StĂ€rkeklasse kann â das beobachten wir immer wieder in dieser Altersklasse â zu einem relevanten Bruch fĂŒhren, wenn das Umfeld nicht passt.
Deshalb geben wir den MĂ€dels ein bewusstes «Substanz-Halbjahr» Zeit, um die anstehenden Herausforderungen in Schule und Ausbildung zu meistern, als neu zusammengestelltes Team zusammenzuwachsen und das spielerische Fundamente zu festigen. In der FrĂŒhlingsrunde 2027 erfolgt dann der Wechsel in die 1. StĂ€rkeklasse â nachhaltiger und auf festerem Boden als heute. Förderungswillige Spielerinnen kommen dabei nicht zu kurz: ErgĂ€nzende Fördertrainings in MĂ€nnedorf und StĂ€fa, FCZ-Sichtungstrainings, die Möglichkeit, in den Ă€lteren B-Juniorinnen mitzuspielen, sowie eine perspektivische Anbindung an ZSU stehen durch unser Sportkonzept offen.
Wir sind ĂŒberzeugt, diesem aussergewöhnlichen Team mit diesem Weg am besten gerecht zu werden â und freuen uns darauf, die neue Saison zum Ende der Sommerferien beim Girls Soccer Cup in StĂ€fa zu eröffnen. Bis dahin: Geniesst die Sommerpause, Ihr habt sie euch redlich verdient. Wir sind enorm dankbar fĂŒr die stete UnterstĂŒtzung der Eltern und stolz auf eine Mannschaft, die zeigt, was möglich ist, wenn Talent auf echten Team- und Sportgeist trifft, wozu kein Bild besser passen könnte, als jenes der Elternwelle nach dem meisterschaftsentscheidenen Saisonfinale gegen Bassersdorf, in der auch Verletzte nicht um diese herum kamen đ

Herzlich! Kai & Nicole






